Medizinische Klinik
PD Dr. med.
Johannes Grossmann
Wir sind ein anerkanntes Lehrkrankenhaus der Medizinischen Fakultät an der Universität Aachen. So absolvieren in der Regel nur 4-8 Studenten der Universität Aachen ihr „Praktisches Jahr – das PJ – in unserem Haus. Da sich die Studenten in der Regel auf die unterschiedlichen Kliniken verteilen, haben wir in der Regel nur 1-2 Studenten, die zeitgleich ihr „Innere-Tertial“ in unserer Medizinischen Klinik verbringen. Hierin liegt ein großer Vorteil für die Studenten, da sie sehr individuell betreut werden können und sich nicht – wie mancherorts an Universitätskliniken – um die Betreuung eines „eigenen“ Patienten „rangeln“ müssen. Auch kommt das breite Spektrum unserer Patienten in der ungeteilten Medizinischen Klinik der allgemeinen klinischen Ausbildung der Studenten sicherlich zugute.
Da die Ausbildung der jungen Kollegen an der Medizinischen Klinik „Chefsache“ ist, verbringen die PJler stets einen wesentlichen Anteil ihrer Rotation auf der „Privatstation“, um möglichst intensiv vom Chefarzt persönlich am Krankenbett ausgebildet zu werden. Die Patienten werden oftmals von den Studenten voruntersucht und befragt. Dann im Rahmen der Chefvisite werden sie vom PJler vorgestellt. Differentialdiagnose und ggf. Therapievorschläge werden vom Studenten erfragt oder ggf. gemeinsam mit den Assistenzärzten bei der Chefvisite erarbeitet / festgelegt. Die Abfassung einer ersten Version des entsprechenden Entlassungsberichts mit einer zusammenfassenden epikritischen Erörterung der Behandlung ist genauso Bestandteil der Ausbildung unserer Studenten, wie die probeweise Abfassung von Anordnungen.
Neben der „Privatstation“ kann und soll der Student jedoch auch noch weiter „Rotationen“ in der Medizinischen Klinik durchlaufen. Wegen der geringen Zahl von Auszubildenden ist es hierbei in aller Regel möglich, den persönlichen Präferenzen der Studenten nachzukommen. Weitere Rotationen sind: Diabetologische Schwerpunktstation, onkologisch-gastroenterologische Allgemeinstation, Intensivstation, Notaufnahmestation, Funktionsbereich/Diagnostik.
Ergänzend zur Ausbildung unserer Studenten auf den Stationen, bietet die Medizinische Klinik auch zwei weitere besondere Veranstaltungen nur für die Studenten an:
1) die „klinische Visite“:
Die so genannte „klinischen Visite“ findet einmal wöchentlich statt und stellt gleichsam den „Intensiv-kurs“ des bedside-teachings dar. Hierbei treffen sich sämtliche PJler des Hauses und der Chefarzt, PD Dr. Johannes Grossmann donnerstags um 16:30 auf einer Station des Hauses. Anschließend geht die Kleingruppe zu einem (zuvor hierfür freiwillig gewonnenen) Patienten und ein Student erhält die Aufgabe, eine Notaufnahmesituation („stellen sie sich vor, Frau Müller kommt zu Ihnen in die Notaufnahme und Sie sind die behandelnde Ärztin/ der behandelnde Arzt…“) eigenhändig zu meistern. Der Patient schildert dann seine Beschwerden – genau wie bei der Aufnahme und der Student / die Studentin muss dann im ärztlichen Gespräch (der Anamnese) – vor den kritischen Augen der Kommilitonen und des Chefarztes – durch gute Gesprächsführung und sinnhaftes Nachfragen versuchen, dem Problem des Patienten auf die Spur zu kommen. Anschließend folgt die körperliche Untersuchung des Patienten durch den Studenten / die Studentin vor der Kleingruppe. Wieder aus dem Patientenzimmer, erfolgt die Diskussion der erhobenen Befunde und die Kommilitonen, wie auch PD Dr. Johannes Grossmann üben „Manöverkritik“. So erhält jeder Student regelmäßig ein „Einzel-feedback“ über den Stand seiner klinischen Fertigkeiten und die aktuell nicht aktiv beteiligten Studenten können Ihre Fähigkeiten abgleichen. Zum Abschluss der „klinischen Visite“ erfolgt vielfach eine weitere Übung für die Praxis: die Studenten sollen auf einem weißen Blatt Papier die entsprechenden Anordnungen für den soeben besprochenen Patienten abfassen („stellen Sie sich vor – es ist 3 Uhr nachts - Sie haben soeben den Patienten aufgenommen und müssen nun Anordnungen schreiben, die noch in der Nacht von der Nachtwache ausgearbeitet werden, sodass der Patient die Nacht über gut versorgt ist“).
2) die Studentenseminare:
Das internistische Studentenseminar findet ebenfalls einmal wöchentlich – mittwochs um 13:00 Uhr statt. Hierbei werden mit den Studenten durch die Öberärzte oder den Chefarzt der Medizinischen Klinik wechselweise wichtige Themen der Inneren Medizin besprochen. Vielfach wird eine an der klinischen Praxis orientierte kleine Vorlesung gehalten - z.T. werden aber auch spannende „Fälle“ besprochen, die oftmals von den Studenten selbst vorgestellt und anschließend diskutiert werden – auch die Besprechung eines wichtigen „papers“ der medizinischen Fachliteratur kann Thema eines Studentenseminars sein.
Ziel der Ausbildung unserer Studenten ist neben einer Vertiefung der theoretischen Kenntnisse auf dem Gebiet der Inneren Medizin insbesondere die Ausbildung der Studenten zu „guten Klinikern“. Durch folgende Charakteristika unserer Studentenausbildung glauben wir, dass PJ’ler an der Medizinischen Klinik des BETHESDA besonders gut für den nahenden Berufseinstieg vorbereitet werden:
- Intensive Betreuung durch Klinikleitung und Assistenzärzte, da stets nur 1 PJler pro Station – persönliche Ausbildungsatmosphäre. Das bedeutet volle Integration in die Klinik, breites Spektrum an internistischen Erkrankungen in ungeteilter Medizinischer Klinik.
- Einsicht in ein breites diagnostisches Spektrum der gesamten Inneren Medizin – so ge-wünscht / mögliche Rotation durch Funktionsbereiche.
- Hoher Anteil an Akuteinweisungen in der Medizinischen Klinik – Exposition mit akuten wie chronisch-rezidivierenden Krankheitsentitäten -starke Einbeziehung in die tägliche Stationsarbeit.
- Aufnahme und Untersuchung der Patienten durch die Studenten.
- Vorstellung der eigens aufgenommenen Patienten u.a. beim Chefarzt im Rahmen der Visite, bei Besprechungen, der Tumorkonferenz und der Röntgenbesprechung.
- Abfassung von Anordnungen „zur Probe“ Diktieren von Arztbriefen zu den eigens aufgenommenen Patienten. Besprechung der Brief-korrekturen mit dem CA bzw. den OÄ.
- Möglichkeit der Rotation über Notaufnahmen und Intensivstation.
- „Klinische Visite“ einmal wöchentlich.
- Studentenseminar einmal wöchentlich.
- Teilnahme an täglichen Besprechungen der Klinik, an der interdisziplinären täglichen Rönt-genbesprechung, an der wöchentlichen Tumorkonferenz, an Diabetikerschulungen.
Ein für uns schöner Aspekt der Studentenausbildung ist natürlich die Möglichkeit, ggf. unter den bei uns lernenden Studenten solche zu identifizieren, die sich für eine Anstellung als ärztliche Mitarbeiter in unserer Klinik eignen würden. So ist es schon mehrfach im Haus geschehen, dass wir besonders engagierten, talentierten und in unser Team passende junge Kollegen / innen im Anschluss an das dritte Staatsexamen eine Stelle als Assistenzarzt /Ärztin angeboten haben und als neue/n Kollegin/en in der Klinik anstellen konnten.


